Ich bin Jonas, Schüler der 8. Klasse und nehme seit der 5. Klasse an der Mathematikolympiade teil. Mathematik interessiert mich besonders, weil man bei schwierigen Aufgaben kreativ denken und verschiedene Lösungswege ausprobieren muss. Genau das macht den Wettbewerb für mich so spannend.
Zunächst möchte ich den prinzipiellen Ablauf der Mathe-Olympiade erläutern. Die erste Runde – die Schulrunde – wird grundsätzlich zuhause bearbeitet. Erreicht man genügend Punkte, qualifiziert man sich für die Regionalrunde. Diese findet Ende des Jahres in der Schule statt und wird unter Klausurbedingungen geschrieben. Ab dieser Runde beträgt die Bearbeitungszeit in der Regel vier Stunden, in denen konzentriert an den bundesweit vorgegebenen drei bis vier Aufgaben gearbeitet wird. Dabei steht nicht nur das Ergebnis im Vordergrund, sondern auch der Lösungsweg und eine saubere mathematische Darstellung. Bei Qualifikation findet die Landesrunde zu Beginn des zweiten Halbjahres statt. Ab der 7. Klasse kann man sich für einen zweiten Teil der Landesrunde in Kaiserslautern anmelden und qualifizieren.
Meine erste Runde war die Schulrunde in der 5. Klasse. Die Aufgaben waren deutlich anspruchsvoller als im Unterricht und erforderten viel Nachdenken und Ausdauer. Trotzdem machte mir die Arbeit daran großen Spaß, und ich konnte mich für die nächste Runde (Regionalrunde) qualifizieren. Mit der dabei erreichten Punktzahl konnte ich an der Landesrunde teilnehmen. Die Aufgaben wurden schwieriger – man sieht die Lösung nicht direkt und muss bereit sein, lange nachzudenken.
In den folgenden Jahren entwickelte ich mich weiter und nahm regelmäßig an der Mathematik-Olympiade teil. In der 7. Klasse erreichte ich erneut die Landesrunde von Rheinland-Pfalz. Ab diesem Jahr gab es zusätzlich den zweiten Teil der Landesrunde in Kaiserslautern. Dort verbrachte ich eine Schulwoche mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim Mathematik-Olympiaden-Camp, besuchte Vorlesungen und schrieb die zweite Klausur. Diese Zeit war sehr lehrreich und motivierend. Außerdem wurde ich in diesem Jahr als Ersatzstarter für die Bundesrunde nominiert, kam jedoch nicht zum Einsatz.
Auch in der 8. Klasse konnte ich mich wieder für die Landesrunde qualifizieren. Der erste Klausurtag fand erneut an meiner Schule statt. Danach ging es wieder nach Kaiserslautern, wo die Vorlesungen und die zweite Klausur stattfanden. Die Aufgaben waren sehr anspruchsvoll, aber ich konnte meine Erfahrungen aus den vorherigen Jahren gut nutzen.
Nach der Landesrunde erhielt ich schließlich die Nachricht, dass ich mich für die Bundesrunde der Mathematikolympiade 2026 qualifiziert hatte. Nach dem zweitägigen Mannschaftstraining in Trier waren wir bereits eine eingeschworene Gemeinschaft. Die Bundesrunde fand in Hamburg statt. Dort trafen sich die 200 besten jungen Mathematikerinnen und Mathematiker aus ganz Deutschland. Neben den Klausuren erkundeten wir auch Hamburg und ich hatte die Möglichkeit, das Airbuswerk zu besichtigen. In zwei vierstündigen Klausuren mit insgesamt 40 Punkten stellte ich mich den sehr schweren Aufgaben und erreichte 18 Punkte.
Rückblickend war mein Weg zur Bundesrunde eine lange und wertvolle Erfahrung. Von der Schulrunde zuhause über die Regionalrunde in der Schule bis hin zu den Landesrunden in Mainz und Kaiserslautern und schließlich zur Bundesrunde in Hamburg habe ich nicht nur viel über Mathematik gelernt, sondern auch über Ausdauer, Geduld und Problemlösestrategien. Besonders der Austausch mit anderen mathematisch interessierten Jugendlichen aus ganz Deutschland hat mich sehr motiviert wieder teilzunehmen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn in den kommenden Jahren weitere Schülerinnen und Schüler des GMO an der Mathe-Olympiade teilnehmen würden – es ist anstrengend, aber es lohnt sich!


